Geschichte
Entstehung
Murgenthal wird im Jahre 1255 in einer Urkunde des Grafen Ludwig von Froburg erwähnt. Balzenwil wird schon 1197 urkundlich bezeugt. Von den Froburgern ging die Gemeinde Ende des 13. Jahrhunderts in die Hand der aufstrebenden Habsburger, bis die Berner im Jahre 1415 den Aargau eroberten. Mit den übrigen Gemeinden des damaligen Amtes Aarburg wurde Murgenthal Berner Untertanenland.Zugehörigkeit
Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft 1798 wurde Murgenthal mit dem ganzen Amt Aarburg zum Verwaltungskanton Bern geschlagen. Erst die Verfassung von Malmaison vom 20. Mai 1802 vereinigte das Amt Aarburg mit dem Kanton Aargau. Die Murg als Kantonsgrenze Bern/Aargau wurde in der Mediationsakte von 1803 endgültig bestätigt. Seitdem gehört die Gemeinde zum Bezirk Zofingen.Gemeindezusammenschluss
Bis 1900 nannte sich unsere Gemeinde „Ryken“. Deren Gemeindebann wurde verschiedentlich verändert. Vor und während der Bernerherrschaft umfasste die Gemeinde das heutige Territorium. 1803 wurde Balzenwil eine selbständige politische Gemeinde. Gruben, das geografisch eigentlich zu Balzenwil gehört, blieb jedoch der Gemeinde Ryken. Erst im Jahre 1900 wurden die beiden Gemeinden wieder vereinigt. Mit dem Bau der Bahnlinie Olten-Bern 1857 und der Aarebrücke 1863 wurde der bisherige Dorfteil Murgenthal zum eigentlichen Zentrum der Gemeinde. Gleichzeitig mit der vorerwähnten Vereinigung wurde deshalb 1900 auch der Name der Gemeinde in „Murgenthal“ geändert, wie sich schon die Bahnstation nannte. Seither sind in Bestand und Name der Gemeinde keine Änderungen mehr eingetreten.Industrialisierung
Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war unser Dorf rein bäuerlich und handwerklich. Ältestes industrielles Unternehmen (1856) war die Weberei Künzli & Co. Den industriellen Aufschwung verdankten wir wesentlich Oberstkorpskommandant Arnold Künzli (1832-1908), der u.a. 1881 die Strickerei baute und 1890 die 1886 gegründete Holzwarenfabrik übernahm. Diese Betriebe bestehen heute nicht mehr. Die Fabrikgebäude der ehemaligen Hermann Lanz AG sind grossen Lagerhäusern der A. Schwarz AG, Möbel en gros, gewichen. In den ehemaligen Hanro-Gebäuden (vorgenannte Strickerei) ist der Outletpark Switzerland, Fabrikläden, eingerichtet.Bauliche Entwicklung der letzten 40 Jahre
Folgende wichtige das Dorfbild prägende Vorhaben wurden realisiert:| 1971 | Neues Schulhaus Riken |
| 1973 | Neubau Altersheim Moosmatt Abbruch altes Schulhaus Riken |
| 1974 | Errichtung Kirchgemeindehaus mit Zivilschutzsanitätsposten und Dorf |
| 1978 | Bau des Mehrzweckgebäudes beim Gemeindehaus und Abbruch des Gemeindehausanbaues |
| 1979 | Neue regionale Abwasserreinigungsanlage in Obermurgenthal (zusammen mit sieben bernischen und vier luzernischen Gemeinden) Verlegung der Zürich-Bernstrasse Bau der neuen Murgbrücke |
| 1980 | Baulanderschliessungen in Riken Eröffnung Buslinie Zofingen-Glashütten |
| 1987 | Neufassung Quelle Kiltberg (Gemeindebann Roggwil) |
| 1992 | Neubau Alterswohnungen Moosmatt |
| 1994 | Erweiterung Schulanlage Riken mit Schulhaus und Turnhalle sowie Zivilschutzräumen |
| 1996 | Gemeindehausanbau |
| 1996/98 | Neubau Reservoir Felli |
| 2005/06 | Baulanderschliessungen in Glashütten |
| 2007 | Neue Mehrzweckhalle |
| 2008 | Abbruch alte Turnhalle |
| Bahn 2000 | Der Tunnel Murgenthal im Rahmen des schweizerischen Grossprojektes ist ausserdem besonders erwähnenswert. Der Tunneldurchstich erfolgte am 24.9.1998. |
Wappen
Blasonierung: In Blau auf grünem Dreiberg, drei weisse bestängelte Kleeblätter, überhöht von weissem Tatzenkreuz. Gemeindefarben: Blau-Weiss. Herkunft und Deutung des Wappens: Die Gesamtge-meinde Murgenthal entstand am 17. Juli 1900 aus der Vereinigung der bis dahin selbstständigen Gemeinden Balzenwil und Riken. Die Gemeindesiegel von 1812 zeigen für Balzenwil einen von Schwarz und Blau gespaltenen Schild, für Riken das heute noch von der Gemeinde Murgenthal geführte Wappenbild mit Kleeblättern, Dreiberg und Tatzenkreuz. (Aus dem Gemeindewappenbuch des Kantons Aargau).
